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TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Kulturlandschaftsbilder in der Landschaftsplanung – KULAKon Planerische Bilder

Projektinformationen
Projekttitel
Kulturlandschaftsbilder in der Landschaftsplanung (KULAKon Planerische Bilder)
Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
In Kooperation mit

Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e.V. Dresden (IÖR), Dr. Markus Leibenath, Antje Otto

Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung Erkner (IRS), Dr. Heiderose Kilper, Dr. Ludger Gailing

Leibniz-Institut für Länderkunde Leipzig (IfL),
Dr. Sabine Tzschaschel, Monika Micheel

Laufzeit
2008 - 2011
Bearbeitung
Dipl.-Geogr. Wera Wojtkiewicz
Projektleitung
Prof. Dr. Stefan Heiland

Beschreibung und Ergebnisse

Das Projekt wurde im Rahmen des Verbundvorhabens „KULAKon – Konstituierung von Kulturlandschaft“ durchgeführt, an dem auch das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in Dresden, das Leibniz-Institut für Raumentwicklung und Strukturforschung (IRS) in Erkner sowie das Institut für Länderkunde (IfL) in Leipzig beteiligt waren. Gemeinsam gingen die Projekte der Frage nach, welche gesellschaftlichen Prozesse dazu führen, dass wir von „Kulturlandschaften“ sprechen, wie wir zu unterschiedlichen Bewertungen von Landschaften wie „schön“, „schützenswert“ oder „gestört“ kommen und auf welche Weise dies zu landschaftsbezogenen Kooperationsprozessen in Regionen führt. Die theoretische Grundlage bildeten konstruktivistisch orientierte Raum- und Landschaftstheorien, die Landschaft als kulturell-gesellschaftlich sowie subjektiv bestimmtes „Wahrnehmungs- und Bewertungsphänomen“ mit Symbolfunktion verstehen.

Das am Fachgebiet bearbeitete Projekt untersuchte in diesem Rahmen, welche Vorstellungen und Bewertungen von Kulturlandschaft in der kommunalen Landschaftsplanung wirksam werden, unter welchen Bedingungen sie entstehen und aus welchen Gründen sie als Leitbilder und Ziele der Landschaftsplanung Verwendung finden. Die Analyse von durch Zufallsstichprobe ausgewählten Landschaftsplänen zeigte unter anderem:

  • Das in Landschaftsplänen zum Ausdruck kommende Landschafts- bzw. Kulturlandschaftsverständnis ist relativ homogen, trotz Unterschieden bzgl. räumlicher Lage (rural – urban), rechtlicher Voraussetzungen und Erstellungszeiträumen.
  • Die Wörter ‚Landschaft‘ und ‚Kulturlandschaft‘ werden nicht definiert, ein einheitliches Verständnis wird offenbar vorausgesetzt. Beide Wörter werden in ähnlicher Weise verwendet, wobei ‚Kulturlandschaft‘ etwas öfter genannt wird im Zusammenhang mit ‚historischer Gewachsenheit‘, der Nennung bestimmter Landschaftselemente (Hecken, Feldraine, Einzelbäume etc.) und einem stärkeren Bezug zu menschlicher Nutzung.
  • Das ‚ideale Landschaftsbild‘ in Landschaftsplänen ist bestimmt von Strukturreichtum, Kleinräumigkeit, extensiver Nutzung, Weit- und Überblicken. Als negativ werden u. a. technische Infrastrukturen, Großbauten, Fremdgeräusche und intensiv genutzte großräumige Agrarflächen beurteilt. Es kommt ein klarer Gegensatz zwischen Siedlung und ‚freier Landschaft‘ zum Ausdruck.
  • Landschaften wird vorrangig eine ‚ökologische‘ Bedeutung, insbesondere als Lebensraum für Flora und Fauna, zugeschrieben; deutlich weniger stark eine soziokulturelle Bedeutung als Träger kultureller und ästhetischer Werte. Eine Bedeutung für Landnutzungen wird kaum thematisiert.
  • Insbesondere die beiden vorgenannten Punkte scheinen stark durch die rechtlich geregelten Aufgaben bzw. deren Interpretation bestimmt zu sein. In Interviews mit Landschaftsplanern zeigte sich, dass diese einer Planung, die sich überwiegend an traditionellen bzw. vorindustriellen Landschaftsbildern orientiert, durchaus kritisch gegenüber stehen.
  • Wie sich im Vergleich mit den Ergebnissen des Projekts am IfL zeigte, haben Laien ähnliche Vorstellungen eines idealen Landschaftsbilds wie die Landschaftsplanung. Insofern wäre diese tendenziell an Alltagsvorstellungen anschlussfähig. Allerdings argumentiert sie vornehmlich ‚ökologisch-funktional‘, während die Laiensicht stark von soziokulturellen Motiven wie Schönheit und Erholung bestimmt ist. Festzuhalten bleibt, damit beide Sichtweisen im Widerspruch zu aktuellen Tendenzen der Landschaftsentwicklung stehen, so wie sie gesellschaftlich auch mehrheitsfähig ist. Insofern lässt sich ein Widerspruch im gesellschaftlichen Landschaftsverständnis konstatieren.

Publikationen

Wojtkiewicz, W.; Heiland, S. (2012): Landschaftsverständnisse in der Landschaftsplanung. Eine semantische Analyse der Verwendung des Wortes 'Landschaft' in kommunalen Landschaftsplänen. In: Raumforschung und Raumordnung, Band 70, Heft 2 (2012), S. 133-145. DOI: 10.1007/s13147-011-0138-7. Link: https://content.sciendo.com/view/journals/rara/70/2/article-p133.xml

Leibenath, M.; Heiland, S.; Kilper, H.; Tzschaschel, S. (Hrsg.) (2013): Wie werden Landschaften gemacht? Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Konstituierung von Kulturlandschaften. 1. Aufl. Bielefeld: transcript.

Wojtkiewicz, W.; Heiland, S. (2013): Welche Bedeutung hat Landschaft? Landschaftsverständnisse in der Landschaftsplanung. In: Leibenath et al (Hrsg.): Wie werden Landschaften gemacht? Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Konstituierung von Kulturlandschaften. Transcript: Bielefeld. S. 133 – 168.

Wojtkiewicz, W. (2015): Sinn – Bild – Landschaft: Landschaftsverständnisse in der Landschaftsplanung. Eine Untersuchung von Idealvorstellungen und Bedeutungszuweisungen. Dissertation. TU Berlin. https://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/4893

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